Mit Fern-Infrarot und LED-Leuchten werden Personen schneller erkannt

Ein Fahrerassistenzsystem, das Tiere und Personen am Straßenrand mit Licht markiert und diese dadurch früher erkannt werden, hat Marko H. Hörter am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Vollautomatisch wird dabei die Bildanalyse von einem komplexen mechatronischen System übernommen. Ein präziser Lichtspot, der besonders von lichtstarken LED-Lampen erzeugt wird, wird dabei bei Bedarf aktiviert.

Die KIT-Lösung ist ein autonom agierendes System und keine Erweiterung eines vorhandenen Nachtsichtsystems, also anders wie bei der Spotlight-Funktion im Mercedes CL, dem einzigen serienmäßigen System mit ähnlicher Funktionalität. Es ist nicht die Möglichkeit vorgesehen, in einem Monitor – was wertvolle Reaktionszeit kosten würde – per Infrarot Menschen oder Tiere sichtbar zu machen. Von der Mercedes-Lösung unterscheidet sich aber auch die Technik der Lichtmarkierung selbst. Je drei LEDs rechts und links sind in die Scheinwerfer integriert, die mit scharfer Hell-Dunkel-Abgrenzung eine gezielte Markierung ermöglichen. Elektromotorisch verstellt werden die LED-Einheiten, und in der Sekunde sind Winkelgeschwindigkeiten von 200 Grad machbar. Bis zu einer Entfernung von 150 Meter Menschen und Tiere zu erkennen, ist durch den Einsatz von Fern-Infrarot das System in der Lage.

Völlig anders aufgebaut ist die Serienlösung von Mercedes. Eine optionale Erweiterung des Nachsicht-Assistenten Plus ist hier zum einen das „Spotlight“. Menschen und Tiere mithilfe von Nah-Infrarot im Monitor sichtbar zu machen – nur darin bestand die ursprüngliche Grundfunktion und sie bleibt auch erhalten in Verbindung mit dem Spotlight. Die Reichweite für die Erkennung soll 80 Meter betragen, Mercedes setzt auf Nahinfrarot, und der Lichtspot wird nicht mit LEDs erzeugt. Nachgewiesen wurde aber in Praxistests ein deutlich erkennbarer Nutzen für beide Systeme. Im Durchschnitt 25 Meter früher wurde ein Fußgänger bei 70 km/h mit der Spotlight-Funktion bei Versuchsfahrten von Daimler erkannt. Das entspreche einem Zeitvorteil von ca. 1,3 Sekunden. Bei Geschwindigkeiten von 60 km/h führte das KIT auf einer Landstraße bei Bad Bergzabern seine Versuche durch. Verbesserungen von 35 bis 40 Metern ergaben sich dabei – ein Fahrer gewinnt für ein früheres Reagieren zwei bis drei Sekunden.

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